Weitere Hilfe und sonstiges Wissenswertes zum Thema Hochbegabung

Wenn Sie ganz akute Hilfe benötigen, wenden Sie sich am besten an die unten aufgeführten „psychologischen Einrichtungen und Ärzte“, Frau Szymaniak oder Frau Liehmann-Walter.

Sie möchten sich in das Thema Hochbegabung und mögliche Ansprechpartner einlesen? Dann haben wir auf den folgeden Seiten eine Wissenssammlung für Sie. Aber Achtung: Der Inhalt ist teilweise über 10 Jahre alt, wir übernehmen keine Gewähr für die Richigkeit.

Erziehungsberatungsstellen

Eine Erziehungsberatungsstelle ist keine Anlaufstelle zur Feststellung von Hochbegabung beim Kind, sondern eine Anlaufstelle bei Fragen zur psychischen und geistigen Entwicklung des Kindes. Die Erziehungsberatungsstelle ist Anlaufstelle für Eltern, wenn ein Anlass vorhanden ist, typischerweise bei (sozial-emotionalen) Störungen oder psychosozialen Schwierigkeiten.

Wenn Eltern ein Problembewusstsein entwickelt haben und selbst merken, dass sie in der Erziehung ihres Kindes Beratung oder Hilfe brauchen weil für sie dessen Verhalten nicht mehr erklärbar ist (auch bei geringfügigen Problemen).

Die Häufigkeit, mit der Eltern wegen einer möglichen Hochbegabung die Beratungsstelle aufsuchen ist zwar selten, aber nach Erfahrungen der Berater vermehren sich die Anmeldungen bezüglich dieses Anliegens. Häufig sind Anmeldegründe Auffälligkeiten des Kindes im Kindergarten, im Sozialverhalten etc. und weniger die Abklärung einer vermuteten Hochbegabung beim Kind.

Steht hinter den Auffälligkeiten, die das Kind zeigt, eine Hochbegabung? Gibt es hierfür Anhaltspunkte (z.B. Kind rechnet im Tausender-Bereich)? Bei Anmeldung wegen Hochbegabung erfolgt eine genaue Differenzierung. Beratungsstellen bieten hier Freiräume, um mit Kindern diagnostisch zu arbeiten.

Einer Anmeldung folgt ein ausführliches Elterngespräch. Darauf folgt eine Spiel- bzw. Kennenlernzeit mit dem Kind. Die Komplexität der familiären und kindlichen Lebenssituation unter Einbeziehung weiterer Betreuungspersonen des Kindes wird zusammengetragen. Unter anderen erfolgt ein Intelligenztest des Kindes durch einen Diplompsychologen. Ein IQ-Test wird als eine diagnostische Probe gesehen, um die Kapazitäten des Kindes zu erkennen.

Oftmals lösen sich vorliegende Schwierigkeiten bereits nach einer gründlich durchgeführten Diagnostik und durch die Beratung. In deren Mittelpunkt steht die Vermittlung von Informationen. Schwerpunkt der Beratung liegt auf der Lösung von Problemen

  1. Akzeptanz der Eltern, die Hochbegabung des Kindes zu akzeptieren (Warum gerade wir?)
  2. Dass die Hochbegabung wahrgenommen und in das Alltagsgeschehen integriert wird.
  3. Aufklärung über die Diagnose Hochbegabung – Umgang mit dem Kind. Eltern werden dahingehend unterstützt, wie sie mit ihrem Kind umgehen und es unterstützen sollen sowohl im familiären und häuslichen Bereich als auch in der sozialen und intellektuellen Förderung. Dabei wird auf Angebote verschiedener Vereine hingewiesen.

Das Ergebnis der Klärung ist eine sehr gemischte Problemlage. Sollte für das Kind eine Integration in das soziale Umfeld erfolgen oder kommt eine frühere Einschulung in Betracht? Es wird auch der Frage, ob das Kind individueller Förderung bedarf, nachgegangen.

Psychologische Einrichtungen und Ärzte

In der Regel erfolgt der Kontakt mit Psychologen oder die Vorstellung des Kindes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie durch die Überweisung des Kinderarztes oder durch Direktkontakt. Normalerweise steht neben der Konsultation für eine Hochbegabungsdiagnostik, dem Erstgespräch und der Anamnese (evtl. unter Einbezug des Kindergartens) die Testung der Intelligenz im Mittelpunkt. Es wird jedoch auch abgeklärt, ob keine anderen Störungen oder Auffälligkeiten, wie beispielsweise ADHS, vorliegen.

Für die Diagnostik werden neben der Auswahl des geeigneten Erhebungsinstrumentes (Intelligenztest mit einer Nominierung, je nach Alter des entsprechenden Kindes) auch sozialisationstheoretische Erkenntnisse über familiäre Mechanismen und Prozesse für die Umsetzung der kindlichen Fähigkeiten mit einbezogen.

Bei Interventionen und Unterstützung wird bei jedem Kind individuell vorgegangen. Die Problematik wird erfasst und analysiert. Aus der Diagnose resultiert eine Prognose für die weitere Entwicklung des Kindes und eine Beratung für die Eltern. Inhalt ist meist die Aufklärung der Eltern, welche zu einem besseren Verständnis der Verhaltensweisen des Kindes führt, Hilfen zur Unterstützung der weiteren Entwicklung des Kindes gibt sowie ressourcenorientierte Interventionen und Maßnahmen erarbeitet. Liegen gravierende Verhaltensstörungen vor, werden unter Umständen auch therapeutische Maßnahmen (Psychotherapie oder Ergotherapie) eingesetzt. Grundsätzlich arbeiten die Psychologen ähnlich. Die Unterscheidung bei der Vorgehensweise einzelner Psychologen liegen in Nuancen. Die Übernahme der Kosten sind bei kassenzugelassenen Psychologen im Vorfeld zu klären.

Die folgenden Praxen haben Erfahrungen mit Hochbegabung bei Kindern:


Dr. med. Christoph Meixner
Facharzt für Kinder- u. Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Maxstr. 31
90762 Fürth
Tel.: 0911/7879656
Fax: 0911/97797913

https://www.praxis-meixner.de/

Dr.med. Johannes Wilkes
Facharzt für Kinder- u. Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Hofmannstr. 66
91052 Erlangen
Tel. 09131 530606
Fax 09131 530607

Dipl.-Psych. G. Skoupy
Hersbrucker Str. 2
91207 Lauf an der Pegnitz
Tel. 09123 4123

Kindergarten und Kinderarzt

Grundsätzlich ist – bevor Hilfe aufgesucht wird – zu empfehlen, dass Sie sich mit mehreren Personen, die mit Ihrem Kind in Verbindung stehen, neben eigenen Beobachtungen auszutauschen. (Häufig verhält sich ein Kind in bestimmten Situationen anders oder wird anders erlebt!)

Der Kindergarten

Ansprechpartner für Eltern sollten u.a. die ErzieherInnen des jeweiligen Kindergartens sein. Der Kindergarten ist eine familienunterstützende und -ergänzende Einrichtung. Eine Zusammenarbeit und ein Austausch mit den Eltern ist Grundvoraussetzung. Auffälligkeiten des Kindes müssen durch Beobachtungen der ErzieherInnen erkannt werden.

Die Erzieherin erlebt das Kind in anderen Situationen als die Eltern. Eine gute Zusammenarbeit (Erzieher / Eltern) setzt voraus, dass beide Seiten sich jeweils über Beobachtungen und evtl. Auffälligkeiten unterrichten. Der vom Staatsinstitut für Frühpädagogik entwickelte neue Bay. Erziehungs- und Bildungsplan veranlasst ErzieherInnen, sich in ihrer Arbeit u.a. der Förderung von Kindern mit Hochbegabung zu widmen. Laut Auskünften der Fach- und Dienstaufsichten der Kindertageseinrichtungen wurden die Leitungen der Einrichtungen zum Thema sensibilisiert.

Ob sich die Leitung einer Einrichtung explizit über Hochbegabung informiert oder an Einrichtungen verweisen kann, geschieht konkret in der Einrichtung und liegt am Engagement Einzelner.

Der Kinderarzt

Die Eltern sollten auf jeden Fall, wenn sie Auffälligkeiten beim Kind feststellen, den Kinderarzt ihres Vertrauens zu Rate ziehen. Durch Vorsorgeuntersuchungen (U1-U9), die so angelegt und terminiert sind, dass evtl. Abweichungen in der Entwicklung des Kindes rechtzeitig erkannt werden können, lernt der Kinderarzt das Kind kennen und ist normalerweise auch erster Ansprechpartner bei Auffälligkeiten, Erziehungsfragen etc.

Die Vorsorgeuntersuchungen selber, beispielsweise die U8 (43. – 48. Lebensmonat) sind nicht darauf ausgelegt / berücksichtigen nicht, die Hochbegabung eines Kindes zu erkennen.

Die Feststellung einer Hochbegabung des Kindes verläuft eher indirekt. Durch das Verhalten des Kindes (Art und Weise des Verhaltens, nicht altersüblich gestellte Fragen des Kindes) und durch Befragung der Mutter (z.B. Kind kann sich im Kiga nicht unterordnen, Langeweile, Klassenclown) wird der Kinderarzt aufmerksam.

Daher ist es eher üblich, dass eine Überweisung oder Kooperation mit fachpsychologischen Einrichtungen vorgenommen werden, um Fragen zur psychischen und geistigen Entwicklung abzuklären.

Frühförderstellen

Im Großen und Ganzen haben Frühförderstellen wenig Erfahrungen und Berührungspunkte mit hochbegabten Kindern. Die Frühförderung greift in der Regel erst ein, wenn ein Kind Auffälligkeiten in mindestens zwei Bereichen (z.B. Motorik und Kognition) zeigt.

Der Focus liegt immer auf einem Problem. Wenden sich Eltern aufgrund von Auffälligkeiten an Frühförderstellen oder werden Kinder aufgrund eines vermuteten ADS / ADHS vom Kinderarzt „geschickt“, kommt es zu einem Beratungsgespräch. Hier wird abgeklärt wo das eigentliche Problem liegt. Eventuell wird eine psychologische , gegebenenfalls auch eine ergotherapeutische Klärung veranlasst, bevor Maßnahmen eingeleitet werden.

Gesundheits- und Jugendämter

Gesundheitsämter

Bei Anfragen für Abklärungsmöglichkeiten bzw. Unterstützungsmöglichkeiten verweisen die Gesundheitsämter in der Regel auf die Jugendämter oder Erziehungsberatungsstellen der jeweiligen Städte.

Laut Homepage der zentralen Beratungsstelle des Gesundheitsamtes für Kinder / Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten und Behinderung in Nürnberg kann man sich an die Beratungsstelle wenden, wenn Eltern sich Sorgen um die Entwicklung des Kindes machen oder wenn Eltern weitere Hilfe suchen, nachdem beim Kind bereits eine Entwicklungsauffälligkeit festgestellt wurde.

Ein Team aus Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen ist hier Ansprechpartner. In der Regel erhalten Eltern für ihr Kind einen ärztlichen und einen psychologischen Vorstellungstermin, wenn möglich auch einen Termin bei der Sozialpädagogin. Es wird ausführlich über die bisherige Lebensgeschichte des Kindes gesprochen und durch spezielle Untersuchungs-, Beobachtungs- und Testverfahren der derzeitige Entwicklungsstand festgestellt.

Jugendämter

Jugendämter treten dann ein, wenn Verhaltensauffälligkeiten der Kinder oder eine bereits festgestellte Hochbegabung des Kindes zu Lebenseinschränkungen führt, d.h. es droht zum Beispiel eine seelische Behinderung  die nicht mehr abgewehrt werden kann.

Begabungsdiagnostik

Praxis für Begabungsdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen

Dipl. Psych. Anke Liehmann-Walther
Praxis für Begabungsdiagnostik
Mozartstraße 7
91452 Wilhermsdorf
Tel.: 09102/996477
Fax: 09102/996479
www.anke-liehmann-walther.de

Fr. Liehmann-Walther hat sich als Psychologin auf Begabungsdiagnostik spezialisiert und sieht in dieser für Kinder und deren Eltern einen besonderen Stellenwert.

Eltern und Kinder bekommen fundierte Aussagen über das intellektuelle Potential des Kindes und Auskunft über individuelle Stärken und Schwächen. Sie wird hauptsächlich von Eltern aufgesucht, die mit der Vermutung einer intellektuellen Hochbegabung konfrontiert werden und diese Abklärung außerhalb von Institutionen vornehmen möchten.

Zum Verlauf ist zu erwähnen, dass alles in einem kompakten Termin stattfindet. Die Eltern bekommen vorher einen Fragebogen zugeschickt, um bereits im Vorfeld z.B. Besonderheiten in der Entwicklung des Kindes zu erfassen. Nach einem Kennenlerngespräch wird ein meist etwa 90-minütiger standardisierter Intelligenztest durchgeführt. Es folgt anschließend eine sofortige Test-Auswertung und das Ergebnis-Besprechung.

Besondere Stärken oder Schwächen und evtl. Auffälligkeiten während der Testdurchführung werden ebenfalls besprochen. Anschließend nimmt sich die Psychologin Zeit für Fragen der Eltern und gemeinsamer Ideensuche, wie es für die Eltern, doch vor allem für das Kind, weitergehen soll. Dabei verweist sie auch auf Vereine, Kindergärten mit Erfahrungen mit hochbegabten Kindern und gibt Buchempfehlungen. Bei Bedarf bietet sie auch weitere Beratungsgespräche an.

Testinstitut

Psychologisches Testinstitut Kleynmans-Nemeth

Testinstitut Kleynmans-Nemeth
Ostendstraße 41
90402 Nürnberg
Tel.:0911/329494
E-Mail: testinstitut@kleynmans-nemeth.de

Niedergelassene Dipl. Sozialwirtin mit Schwerpunkt der Testdiagnostik bei Hochbegabung. Fr. Kleynmans-Nemeth steht dem Testen im Kindergartenalter aufgrund der asymmetrischen Entwicklung des Gehirns eines Kindes kritisch gegenüber und rät eher zu einer Testung im Schulalter.

Ist dennoch ein Test, beispielsweise für eine mögliche frühere Einschulung des Kindes nötig, kommen die Eltern mit ihrem Kind zu einem vereinbarten Termin. Zur Testung für Kinder im Kindergartenalter werden Grundintelligenztests verwendet, je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes.

Bei einem weiteren Termin mit den Eltern wird das Ergebnis des Tests besprochen. Private Erfahrungen bekommen bei der anschließenden Beratung einen wichtigen Stellenwert. Neben Literaturhinweisen und Kontaktvermittlung zu Vereinen legt die Beraterin Wert darauf, das hochbegabte Kind nicht intellektuell zu fördern, sondern das Hauptaugenmerk der Eltern auf das enorme Potential zur Kreativität des Kindes zu legen.

Staatliche Schulberatungsstelle

Staatliche Schulberatungsstelle für Mittelfranken
Ansprechpartnerin: Frau Dipl.-Psych. Petra Lehmann
Glockenhofstraße 51
90478 Nürnberg
Tel.:0911/58676-18
E-Mail: sbmfr@t-online.de

Die Staatliche Schulberatungsstelle Mittelfranken ist unter anderen für Kinder im Grenzbereich Kindergarten / Schule zuständig. Die Beratungsstelle berät bei Fragen der Hochbegabung, wenn Eltern klären möchten, ob für das Kind eine vorzeitige Einschulung (=Einschulung auf Antrag) in Betracht kommt.

Kinder, die zu einem festgelegten Stichtag eines Jahres das 6. Lebensjahr erreicht haben, müssen zum Schulbesuch angemeldet werden. Aber auch besonders befähigte Kinder, die bis zum Stichtag das notwendige Alter noch nicht erreicht haben, können eingeschult werden. Diese Kinder müssen in ihrer beobachtbaren Entwicklung so weit sein, dass sie mit Erfolg am Unterricht teilnehmen können.

In einer psychologisch-pädagogischen Beratung (unter Einbeziehung mehrerer Fachkräfte) wird abgeklärt, ob eine vorzeitige Einschulung möglich ist. Es wird eine pädagogische Prognose erstellt, ob beim Kind aufgrund der körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Entwicklung zu erwarten ist, dass es mit Erfolg am Unterricht teilnehmen kann.

Kommt eine „vorvorzeitige“ Einschulung in Betracht, so ist ein schulpsychologisches Gutachten notwendig (=Einschulung auf Antrag mit schulpsychologischen Gutachten).


Kinderschutzbund Erlangen

Informationsstelle Hochbegabung beim Kinderschutzbund Erlangen
Terminvereinbarungen über:
Kinderschutzbund Erlangen
Strümpelstraße 10
91052 Erlangen
Tel. 09131/209100

Die Informationsstelle Hochbegabung beim Kinderschutzbund ist entstanden, um ein präventives Eingreifen zu ermöglichen. D.h. Eltern können sich dort zum Thema Hochbegabung informieren und erfahren Hilfe im Umgang mit ihrem Kind, bevor eine größere Problematik entsteht. Der Informierende, selbst Elternteil eines hochbegabten Kindes, geht auf die individuelle Problematik der Eltern und des Kindes ein und versucht an Hand eigener Erfahrungen die Eltern zu unterstützen und aufzuklären.

Der Ratsuchende erhält Adressen von Vereinen, Test- und Beratungsstellen, sowie eine von Eltern empfohlene Bücherliste mit ausgewählter Literatur.
Der Kinderschutzbund stellt Räumlichkeiten zur Verfügung.
Informationstermine finden mittwochs im 14tägigen Wechsel statt und sind unter der Telefonnummer des Kinderschutzbundes zu vereinbaren.

CJD Kindertagesstätte der Hans-Georg Karg Stiftung in Nürnberg

Grünstraße 17
90439 Nürnberg
Tel: 0911/9657753
Fax: 0911/9646337
www.cjd-nuernberg.de

Die Hans-Georg Karg Kita ist eine von 3 „Hochbegabtenkindergärten“ in Bayern und eine Einrichtung für Kinder im Kindergartenalter.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Betreuung und Förderung hochbegabter und interessierter Kinder, getreu dem Motto des Christlichen Jugendhilfswerks „Keiner darf verloren gehen“. Die Kita verfolgt das Konzept der sozialintegrativen Förderung, d.h. hochbegabte und Stadtteilkinder werden gemeinsam gefördert.

Hochbegabte Kinder sollen gemeinsam mit normalbegabten und behinderten Kindern lernen, sich in ihre soziale Umwelt einzubringen – miteinander und voneinander lernen. Es wird auf besondere intellektuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse aller Kinder individuell eingegangen.

Die Kita gibt Kindern Raum, ihren Wissensdurst zu befriedigen und ihre Kreativität frei zu entfalten. Ermöglicht wird dies durch kleinere Gruppengrößen und einem höheren Betreuungsschlüssel. Kindergarten bedeutet hier nicht nur Betreuung, sondern ist für die Kinder vor allem ein elementarer Bildungsraum. Bildung heißt nicht nur Erwerb von Wissen, sondern auch Bildung von Persönlichkeit. Und somit die Chance auf bestmögliche Bildung und Förderung, wie es der neue bayrische Bildungsplan vorsieht.

Der Kindergarten ist mit Bibliothek, Computer-, Werk-, Musik- und Philosophieraum überdurchschnittlich ausgestattet. Neben Angeboten in der Gruppe (max. 20 Kinder) können die Kinder zusätzlich an wöchentlich stattfindenden gruppenübergreifenden Kursen teilnehmen. In Kursangeboten wie Sprachen, Computer, Kreatives Gestalten, Schach, Literatur uvm. können die Kinder in Kleingruppen von 6 -8 Kindern ihre natürliche Neugierde befriedigen und individuelle Begabungen ausleben, ohne dass künftiger Schulstoff vorweg genommen wird. Im Vordergrund stehen dabei immer die Arbeitshaltungen der Kinder und die Möglichkeit zum selbstorganisierten kindlichen Lernen. Es besteht zur benachbarten Grundschule St. Leonhard (Impulsschule der Karg Stiftung) eine sehr enge Zusammenarbeit.

An die Kindertagesstätte ist eine Kinderakademie angegliedert, an der Kurse und Projekte zu verschiedenen Themen für Kinder im Kindergartenalter sowie für Grundschüler stattfinden. Die CJD Kindertagesstätte, die von der Karg-Stiftung für Hochbegabtenförderung unterstützt wird, ist neben dem sog. Hochbegabten- Kindergarten, zugleich eine Beratungs- und Teststelle. Der Psychologe Hr. Ruckdeschel ist nicht nur Leiter der Einrichtung, sondern referiert bayernweit zum Thema Hochbegabung.

Die Einrichtung selbst versteht sich als Beratungsstelle im Verbund mit der Kindertagesstätte. Die Fragestellung, ob eine Hochbegabung vorliegen könnte, sollte in der Regel vorweg durch Fachkräfte erarbeitet sein. Diese Abklärung erfolgt meist durch Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugend-Psychiatrien, Gesundheitsämter etc., bei denen auch ein Ausschluss von Behinderungen erfolgt. Suchen Eltern die Beratungsstelle auf, findet im Vorfeld immer eine Beratung statt. Auf Wunsch werden psychologische Begabungsdiagnostiken (mehrere Testverfahren, Persönlichkeitseigenschaften) und Gutachten erstellt. Eine Beratung ist immer abhängig vom Einzelfall :

  • Aufklärung bzgl. genereller Verhaltensweisen, die das Kind zeigt
  • Erkennen der Strategien des Denkens beim Kind 
  • Konkrete Förderung
  • Zusammenarbeit mit Kindergärten
  • Vermittlung an unterschiedliche Elternvereine
  • Einleitung therapeutischer Maßnahmen von Ergo- über Psychotherapie (wenn vorrangig Störungen der Persönlichkeit vorliegen)

Die Beratungsstelle der CJD Kindertagesstätte bietet zusätzlich Coaching von Lehrern und Erziehern, hauptsächlich in Form von Informationsveranstaltungen. Des weiteren besteht die Möglichkeit einer Weiterbildung zum Begabtenpädagogen über die Karg-Stiftung. Die Karg Stiftung bietet „pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, Kompetenzen zur angemessenen Förderung hochbegabter Kinder im Kindergartenalter zu erwerben“.

MensaKids

Mensa e.V. ist ein weltweit agierender Verein für hochbegabte Menschen jeden Alters und hat zum Ziel diese Menschen zusammenzubringen. Dies in Form von lokalen, überregionalen und internationalen Treffen, sowie in Interessen- und Diskussionsgruppen.

Für die Aufnahme in den Verein ist ein bestimmter Intelligenzquotient erforderlich.

Bei MensaKids finden Kinder eine Umgebung, die sie einerseits emotional stabilisiert und ihnen andererseits einen ihrer Begabung entsprechenden Umgang bietet. Bei MensaKids finden Kinder andere Kinder mit gleichem Entwicklungsstand und gleichen Interessen.

Mensa Kids versucht durch Kontakte der hochbegabten Kinder untereinander in Workshops und Veranstaltungen und durch Kontakte der Eltern hochbegabter Kinder tätig zu sein. Kinder können sich in der Umgebung bei MensaKids angenommen fühlen, was ihnen ermöglicht soziale Kompetenz zu entwickeln. Eltern haben die Möglichkeit sich in Elternrunden und Familienveranstaltungen auszutauschen. Dies ermöglicht einen Erfahrungsaustausch unter den Eltern und gleichzeitig Unterstützung und Anregungen im Umgang mit ihrem hochbegabten Kind. Über lokale wie auch überregionale Veranstaltungen kann man sich im Internet informieren. 

Einmal monatlich findet jeweils Sonntag ein offenes Treffen in Form eines Spielnachmittags für die ganze Familie in der „Scheune“ in Erlangen-Büchenbach statt. Ziel dieses Treffens ist es, Eltern und Kinder zusammenkommen zu lassen. Eltern haben hier die Gelegenheit sich auszutauschen und die Kinder können andere Kinder mit gleichen Interessen treffen. Neben dem regelmäßig stattfindenden Treffen werden auch Familienausflüge und Familienwochenenden organisiert.

Bund Hochbegabung

www.bund-hochbegabung.de

Hochbegabtenförderung e.V.

Der Verein wurde gegründet, um hochbegabten und überdurchschnittlich intelligenten Kindern und Jugendlichen eine individuelle Förderung im außerschulischen Bereich zu ermöglichen. Das Einrichten von Beratungsstellen in verschiedenen Bundesländern, das Organisieren von Wochenend- und Nachmittagskursen für Kinder, das Fördern von Kontaktgruppen für Eltern und Kinder vor Ort und Fortbildungsveranstaltungen sind die Hauptaufgabe des Vereins mit Hauptsitz in Bochum.

Für die Teilnahme an Kursen, wird ein Intelligenztest mit IQ-Werten über 120 vorausgesetzt. Dies, damit das beabsichtigte Förderkonzept Erfolg hat und nicht zu befürchten ist, dass einige Kinder weder über- noch unterfordert werden.

Leider besteht zur Zeit keine Beratungsstelle in Nürnberg. Es existiert jedoch eine Kontaktgruppe. Mitglieder der Hochbegabtenförderung e.V. treffen sich am letzten Donnerstag der ungeraden Monate, außer in den Ferien. Die 6-mal im Jahr stattfindenden Termine werden, jeweils kurz vor einem Treffen, in den „Nürnberger Nachrichten“ unter der Rubrik „Service“ bekannt gegeben.

In Nürnberg gibt es von der Hochbegabtenförderung e.V. Kurse für Kinder vom Kindergartenalter bis zum 14. Lebensjahr. Die Kursangebote richten sich jedoch hauptsächlich an Kinder im Schulalter. Gibt es eine hohe Nachfrage für Angebote für unter 6jährige, werden auf Initiative der Eltern Kurse für Kinder im Kindergartenalter angeboten. Die Koordination und Steuerung der Kurse liegt bei der Hochbegabtenförderung e.V. in München.

www.hbf-ev.de

Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.

Rechtliche Ansprüche auf Hilfs- und Unterstützungsangebot

Bisher gibt es für Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten keine Übernahme der Kosten bzw. einen Anspruch auf spezielle Beratung für Eltern hochbegabter Kinder.

Im Kinder- und Jugendhilfegesetz (§1) heißt es detailliert: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaffsfähigen Persönlichkeit“.
Eigentlich müsste hier der § 35 a SGB VIII (Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte Kinder und Jugendliche) zum Tragen kommen. Wird der Inhalt des Paragraphen als präventives Eingreifen verstanden, müsste dieser auch für hochbegabte Kinder greifen. Um einer seelischen Behinderung vorzubeugen, muss ein Kind adäquat gefördert werden oder Eltern müssten Hilfe zur Erziehung (Bsp. Beratung) von geeigneten Personen, in Anspruch nehmen können. Ähnlich ist es mit dem § 13 SGB VIII (Jugendsozialarbeit). Demnach haben sozial benachteiligte oder individuell beeinträchtigte junge Menschen – also auch hochbegabte Kinder und Jugendliche – das Recht auf besondere Hilfe und Förderung auf eine adäquate schulische Ausbildung. (vgl. Wittmann S. 126)

Das Jugendamt finanziert vereinzelt Förderkurse, aber erst wenn bereits eine massive seelische Behinderung vorliegt (Bsp. längerer Aufenthalt in der Psychiatrie) und weitere Beeinträchtigungen drohen. Dies muss jedoch von einem Gutachter, teilweise auch mehreren, bestätigt werden.

Beim Jugendamt muss ein Antrag für eine Übernahme der Kosten bestimmter Fördermaßnahmen, wie Teilnahme an außerschulischen Förderkursen etc., gestellt werden. Häufig liegt der Erfolg, ob Kurse finanziert werden oder das Kind eine besondere Beschulung (Besuch einer Hochbegabtenschule) erhält von der „Zähigkeit“ und Ausdauer der Eltern ab, sich mit den Behörden auseinander zusetzen. Ebenso ist die Gewährung von Bundesland, zu Bundesland verschieden.

Laut Auskunft der Jugendämter im Großraum Nürnberg greifen die §§ 13 und 35a SGB VIII nur, wenn bereits massive Beeinträchtigungen vorliegen, diese durch Gutachten bestätigt wurden und ein Eingreifen zwingend notwendig ist, um weiteren seelischen Beeinträchtigungen vorzubeugen oder eine spezifische schulische Ausbildung von Nöten ist.

In der Broschüre „Zu Entwicklungsschwierigkeiten hochbegabter Kinder und Jugendlicher in Wechselwirkung mit Ihrer Umwelt“, herausgegeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, steht explizit, dass Kinder mit einer Hochbegabung Entwicklungsschwierigkeiten drohen und einer speziellen Förderung bedürfen. Hier müsste der §35a des KJHG (SBB VIII) zum Tragen kommen. Hochbegabte Kinder leiden durch ihre Hochbegabung laut der Broschüre unter seelischen Beeinträchtigungen, die zu einer seelischen Behinderung führen können. Nach §35a Abs.4 KJHG haben somit die Kinder Anspruch auf Einrichtungen, Dienste und Personen, die für die spezielle Hilfe geeignet sind.

Da es im Großraum Nürnberg keine öffentlichen Förderangebote bzw. Beratungsstellen mit ausgebildeten Beratern für Hochbegabung gibt, müssten somit Kosten übernommen werden, wenn ein Elternteil eine spezielle Beratungsstelle für Hochbegabtenfragen aufsucht und dort Hilfe erlangt.
Fakt ist, das dieser § nur zum Tragen kommt, wenn Kinder wegen massiven Auffälligkeiten bereits in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie gelandet sind.
Wo ist hier das präventive Eingreifen seitens des Staates? Wie wird Eltern geholfen, die keine finanziellen Möglichkeiten haben um entsprechende Hilfe präventiv in Anspruch zu nehmen, wenn sie Auffälligkeiten beim Kind entdecken?

PCCT in Fürth

Pädagogisches Coaching-Consulting-Training in Fürth

Dipl. Päd. Alexandra Szymaniak 
Parkstraße 3
90513 Zirndorf 
Tel. 0911/7234719
www.paedagogik-cct.de

„Die PCCT bietet professionelle pädagogische Begleitung, Beratung, Trainingsmaßnahmen und Schulungen für Firmen, Führungskräfte, pädagogische Einrichtungen, Bildungsinstitutionen und pädagogisch Tätige.“ In den Bereichen Hochbegabung, Qualitätsmanagement und Familienberatung. Die PCCT wird verantwortlich von Fr. Alexandra Szymaniak geleitet. Sie ist staatl. anerkannte Erzieherin und Diplompädagogin. Auf dem Gebiet der Hochbegabung steht sie in enger Zusammenarbeit mit dem Verein „Besonders begabte Kinder“.

Zum Thema Hochbegabung geht sie auf verschiedenen Ebenen vor :

Information: Sie referiert bei Informationsveranstaltungen und Elternseminaren des Vereins und gelegentlich bei VHS – Kursen in Erlangen, Fürth und Schwabach.

Beratung (Art private Erziehungsberatung): Sie unterstützt die Eltern bei Fragen, Konflikten und Krisen in der Erziehung mit hochbegabten Kindern. Dies in Form von informativer Beratung (Umgang mit dem hochbegabten Kind) bis zum intensiven Beratungsgespräch (individuelle Problemlage). Sie versucht die Eltern dahingehend zu beraten, dass sie zur Entfaltung des individuellen Potentials des Kindes auf die besondere psychische und soziale Situation eingehen.

Vermittlung von Kontaktmöglichkeiten: Vermittlung zu Elterngruppen.

Vermittelt Testmöglichkeiten – Fr. Szymaniak befürwortet eine Testung auch schon im Kindergartenalter. Tests zeigen eine Tendenz für die weitere Entwicklung des Kindes, geben den Eltern sowie dem Kind Sicherheit, unterstützt bei der Einschulung. Wohin sie weitervermittelt ist abhängig von der Problemlage des Kindes.

Fortbildungen: Für Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieher, sowie pädagogisches Coaching von Fachkräften im Umgang mit hochbegabten Kindern.

Pädagogisch betreute Gruppen: Päd. betreute Gleichaltrigengruppen für hochbegabte Kinder zur gemeinsamen Freizeitgestaltung (siehe Förderangebote).