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Besonders Begabte Kinder e.V.

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Kooperation mit der VHS Fürth: 28.11.17 Hochbegabt verhaltensauffällig?

Alles Quatsch oder doch ein Quäntchen Wahrheit?

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26.11.17 Weihnachtsessen

um 13:00 Uhr im Restaurant "Zur Wied" in Erlangen-Tennenlohe

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Kooperation mit der VHS Fürth: 05.12.17 "Hilfe!, unser Kind ist begabt"

(Hoch-)Begabung in der Familie

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Kindergruppentermine 2017/18

Mädchen- und Jungengruppe

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Elternrunde an jedem ersten Montag im Monat

Austausch- und Kontaktmöglichkeit für Interessierte und betroffene Eltern

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adhs

ADHS und Hochbegabung?

Hochbegabung und Störungen der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, sowie Hyperaktivität und innere Unruhe (AD/HS – Aufmerksamkeits- Hyperaktivitätsstörung) werden oft verwechselt, oder es wird fälschlicherweise unterstellt, dass AD/HS und Hochbegabung häufig gleichzeitig auftreten.

Betrachtet man das Verhalten von Kindern mit AD/HS und hochbegabten Kindern oberflächlich, kann es in der Tat leicht zu Verwechslungen kommen. Diese beiden Phänomene weisen mitunter tatsächlich - was das Verhalten der Kinder angeht - viele Gemeinsamkeiten auf. Diese gemeinsamen Symptome, die letztendlich – betrachtet man die Ursachen – keine Gemeinsamkeiten sind, machen es so schwer, AD/HS und Hochbegabung zu unterscheiden: Verwechslungen sind die Folge.

Aber es gibt auch weitere Gründe, die eine Verwechslung, bzw. Fehleinschätzung begünstigen:

  • Wunschdenken der Eltern. Eltern neigen mitunter dazu, Unruhe und Unaufmerksamkeit ihres Kindes als Ausdruck einer nicht erkannten Hochbegabung zu deuten.
  • Die erlebte Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Umwelt und den eigenen Fähigkeiten führt sowohl bei Hochbegabten als auch bei Kindern mit AD/HS zu Frustrationen und auffälligem Verhalten.
  • Fehlinterpretationen durch Fachleute: Von Fachkräften werden mitunter bei störendem und unangepasstem Verhalten der Kinder Erklärungen favorisiert, die die Ursachen entweder im Elternhaus (Erziehungsdefizite) oder in einer Krankheit wie AD/HS suchen. Auch von Kinderärzten werden häufig übereilte und ungenaue Diagnosen in Richtung AD/HS gestellt.
  • Bei hochbegabten Kindern werden Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen meist als ein besonders häufig, oft sogar als das zuerst bemerkte Problem beobachtet. Dies verleitet dazu, einen Zusammenhang zwischen Hochbegabung und AD/HS zu unterstellen.

Tatsache ist jedoch, dass ein tatsächlicher Zusammenhang von AD/HS und Hochbegabung wissenschaftlich nicht erwiesen und nicht haltbar ist. Es gibt keinen Grund, nicht anzunehmen, dass AD/HS unter hochbegabten genauso häufig, bzw. selten vorkommt wie unter durchschnittlich begabten Kindern.

Folgen einer Fehldiagnose in Richtung AD/HS:

  • Die notwendige Förderung und Förderung der Intelligenz des hochbegabten Kindes unterbleibt weiterhin. Die geistige Unterforderung wird nicht beseitigt. Folge: Die Frustration nimmt zu, ebenso die Demotivation, sowie Lern- und Konzentrationsstörungen, infolgedessen verschlechtern sich die Leistungen. Eine negativ verlaufende Schulkarriere droht.
  • Eine medikamentöse und therapeutische Behandlung kann sich negativ auf Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung des Kindes auswirken.
  • Die therapeutischen Misserfolge lösen sowohl beim Kind, als auch beim Umfeld Frustration und Gefühle des Versagens aus: negative Folgen für das Selbstkonzept des Kindes.

Fazit:

  • Es ist wichtig, Lehrer, Eltern, Erzieher und gerade Ärzte stärker für die Problematik einer möglichen Verwechslung zu sensibilisieren.
  • Bei der Abklärung einer AD/HS-Störung sind ein oder mehrere IQ-Tests unerlässlich, denn die Abgrenzung von AD/HS ist eigentlich nicht schwer und relativ sicher, da der IQ über 130 spezifisch für Hochbegabung ist.

Ein Intelligenz-Test sollte also bei der Abklärung von AD/HS nicht fehlen. Aber auch bei hochbegabten Kindern kann zusätzlich AD/HS vorliegen, auch das sollte unbedingt abgeklärt werden. Auch hierfür gibt es genaue wissenschaftliche Kriterien, die AD/HS ausschließen, bzw. bestätigen können.

Quelle: A. Stapf (2003).Aufmerksamkeitsstörung und Hochbegabung -Differentialdiagnostische Überlegungen und Hinweise.journal für begabtenförderung, 2,6-11